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Benefizspiel in Rif bei Salzburg

Das Spiel gegen das Mozarteumorchester Salzburg hatte einige spielerische Höhepunkte, eine stolze Spendensumme für einen talentierten Behindertensportler und die Verabschiedung eines ganz wertvollen Spielers und Trainers des ÖÄN, Wolfi Weichinger, zu bieten.

Ein wunderschöner Herbsttag empfing uns am Samstag im Sportzentrum Rif in Hallein, wo wir gegen die Kicker des Mozarteumorchesters Salzburg ein Testspiel bestreiten sollten.
Der Spielort war nicht nur aufgrund seiner imposanten Anlage ein Highlight, nein, auch derjenige Spieler, der uns zum heutigen Tage seine Verabschiedung als Trainer des A-Teams verkündete schnürte hier vor mehr als 30 Jahren erstmals seine Fußballschuhe und absolvierte in der nebenliegenden Universität sein Lehramtsstudium.

Wolfi Weichinger ist eines der Gründungsmitglieder des ÖÄN und der (Spieler)-Trainer der ersten Stunde. Voller Ehrgeiz und mit viel Herzblut hat er in seiner Amtszeit das Spiel des ÖÄN geprägt, ob am Platz oder auf der Linie. Disziplin auf und abseits des Platzes, spielerische Intelligenz und Kampfgeist hat er stets versucht von allen seinen Spielern einzufordern und rückblickend ist seine Mission als erfolgreich abgeschlossen zu betrachten. Wolfi hat jede der bisher 15 ausgetragenen Ärzte-Weltmeisterschaften bestritten, lediglich heuer in Mexiko musste er verletzungsbedingt leider passen.

Zum Spiel:
Immerhin 17 Ärzte konnten sich dazu motivieren das Spiel zu bestreiten.

Das Spiel gestaltete sich anfangs relativ offen, wenngleich das ÖÄN etwas mehr spielerische Aktionen zu verzeichnen hatte, die anfangs noch keine Torchancen ergaben. Aus der ersten gefährlichen Aktion der Musikanten fiel durch einen Konter das 0:1. Nur wenige Augenblicke später konnte Mario Gruber jedoch nach Stanglpass von Walter Kau verdient ausgleichen.
Der letztgenannte war es auch, der Mitte der 2. Halbzeit im gegnerischen Strafraum mit unerlaubten Mitteln von den Beinen geholt wurde – Strafstoß für das ÖÄN! Keiner der es sich an diesem Tag mehr verdient hat, nämlich Wolfi Weichinger, trat an – trotz gutem Schuss hielt der starke gegnerische Tormann. Einen zählbaren Höhepunkt gab es kurz vor der Halbzeit aber noch. Ein Energieanfall von Innenverteidiger Reinwein bescherte dem ÖÄN die verdiente 2:1 Führung.

Es ging also mit einem 2:1 in die Pause. In dieser wurde auch Ludwig Malter vorgestellt. Der 18 jährige junge Mann aus Golling ist Rennrollstuhlfahrer und ein großer Hoffnungsträger im österreichischen Behindertensport. Seine sportliche Bilanz bei sämtlichen Jugendweltmeisterschaften ist beachtlich und er nannte als sein großes Ziel, nun auch bei den Erwachsenen durchzustarten und als erster großer Anlass dafür hat Ludwig die im November stattfindenden Paralypmics in Dubai im Visier.
Nachdem gerade im Behindertensport private Förderungen zur Schaffung optimaler Bedingungen notwendig sind, wurde der Erlös des Fußballspieles dem Rookie am Rennrollstuhl gewidmet. Und die Spendensumme konnte sich letztendlich sehen lassen. Mehr als 6.000 Euro wurden an Spenden eingenommen, einen maßgeblichen Beitrag dazu durfte auch das ÖÄN leisten. Wir wünschen Ludwig an dieser Stelle alles erdenklich Gute für die kommenden Wettkämpfe und hoffen Dich vor den Bildschirmen in Österreich als Wettkämpfer bei der WM in Dubai anfeuern zu können.

Die 2. Halbzeit startete furios. Keine 30 Sekunden nach Wiederanpfiff, netzte der zur Halbzeit eingewechselte Max Marhold nach schönem Doppelpass mit Matthias Fischer zum 3:1 ein. Und die Ärzte drückten weiter, mussten aber nach unnötigem Abspielfehler den Anschlusstreffer zum 3:2 hinnehmen.

In der vorletzten Minute des Spiels wurde Wolfi Weichinger unter Spalierbegleitung beider Mannschaften feiernd vom Platz genommen, ein wahrlich emotionaler Augenblick, nicht nur für unsere Trainer-Legende.

Schlussendlich konnte das ÖÄN mit 3:2 als verdienter Sieger vom Platz gehen. Präsident Max Schmidt überreichte unserem Wolfi nach Spielende noch ein Dress der österreichischen Nationalmannschaft. Auf der Vorderseite des Dresses haben alle Spieler der richtigen österreichischen Nationalmannschaft unterschrieben, auf der Rückseite haben sich die ÖÄN Spieler verewigt. Unsere Nummer 5, wir glauben zu prophezeien dass diese Nummer nie mehr vergeben wird, hat uns in seiner Abschlussrede zu versprechen gegeben, dass er uns als Spieler, vor allem bei den Masters, erhalten bleiben wird sobald die Blessuren endlich ausgestanden sind. Also ganz wird er dem ÖÄN nicht den Rücken kehren, diese Meldung wurde selbstverständlich unter großem Applaus zur Kenntnis genommen.

Wir bedanken uns nochmals bei dir, Wolfi für die vielen schönen Jahre beim ÖÄN, danken natürlich auch den Initiatoren des Spiels rund um unseren Ehren-Obi Januschewsky und natürlich bedanken wir uns auch beim Mozarteum-Orchester für das tolle und faire Spiel.

 
Je länger (das Turnier) – desto besser (das ÖÄN)
Nach 2 hochverdient eingefahrenen Siegen im untersten Playoff dieser WM in Cancun
wollte das österreichische Team den Sieg-Hattrick schaffen und auch gegen die
Ärztekollegen aus Venezuela voll punkten.
Österreich ging aufgrund der herausragenden Leistungen der vorangegangenen Spiele
als Favorit in das Spiel. Ein Umstand den das ÖÄN nicht ganz gewohnt ist, somit konnte
nur vermutet werden wie die Mannschaft mit dem Druck nun umgehen würde. Zudem
fehlte mit Fischer eine Stütze des Teams und auch Spielmacher Ornig zehrte an den
Anstrengungen der letzten Tage und musste sich vorerst selbst auf die Bank zwingen.
Schragel musste aufgrund einer Knieverletzung bereits nach dem 4. Spiel passen.
Ungeachtet der mittlerweile dünnen Kaderdichte und der wie bisher heißen
Temperaturen startete das ÖÄN schwungvoll in die Partie. Die Venezuelaner, sichtlich
überrascht vom hohen Tempo welches unser Team an den Tag legte, konnte sich in den
ersten Minuten des Spiels kaum aus der Bedrängung um den eigenen Strafraum
befreien. Es ergaben sich zahlreiche Torchancen durch Ivanschitz, Plank und Gruber, die
Dominanz konnte jedoch vorerst nicht in einem Torjubel enden. Eine kurze
Schrecksekunde ergab sich, als aus einem Konter der venezuelanische Stürmer alleine
auf Goalie Pichler zulief, aber glücklicherweise verstolperte.
Weiter lief das Spiel wie auf einer schiefen Ebene Richtung Tor der Südamerikaner –
nach etwa 30 Minuten auch mit einem glücklichen Ende. Marhold überspielte sich im
gegnerischen Straufraum in unnachahmlicher Manier selbst, ließ einen Innenverteidiger
auf der Strecke und schlenzte die Kugel wunderschön ins lange Eck. 1-0 hieß auch der
Pausenstand.
Weiter rollten die Angriffe auf das Tor der Venezuelaner und kurz vor dem Pausenpfiff
war es Walter Kau der seinen 3. Treffer im Turnier erzielen konnte.
Kurz nach dem Seitenwechsel erzielte Plank das vermeintliche 3:0 nach einem
Abstauber, allerdings zählte der Treffer aufgrund einer Abseitssituation
nicht. Aus einer ähnlichen Situation konnte Plank dann jedoch jubelnd abdrehen –
nach starker Einzelleistung landete ein Heber von Gruber nur an der Stange und erneut
war es Plank, der goldrichtig stand und aus kurzer Distanz einschoss.
Die Venezuelaner kamen in der Folge noch zu Anschlusstreffern, die jedoch aufgrund
des gleich darauf erzielten WM-Debut-Tors von Vetta das Spiel nicht mehr zum kippen
brachten. Den Schlusspunkt setzte erneut Gruber zum hochverdienten und umjubelten
5:2 Sieg.
Durch diesen Sieg konnte man sich schlussendlich den 17. Platz bei dieser WM sichern.
Angesichts der tollen Leistungen im unteren Playoff (13:3 Tordifferenz) hätte sich das
ÖÄN wohl eine bessere Platzierung verdient gehabt. Die Niederlagen gegen die starken
Gegner in der Vorrunde (Tschechien wurde letztendlich Vize-Weltmeister, Argentinien 4.)
und der unglückliche Punkteverlust gegen Südkorea ließen letztendlich kein besseres
Gesamtergebnis zu.
Das ÖÄN konnte sich im Verlauf dieser WM kontinuierlich steigern, wohl ein Indiz dafür
dass sich die Mannschaft mit vielen neuen Spielern wohl etwas Zeit nehmen musste um
sich gewinnbringend einzuspielen. Alleine aufgrund der tollen Urlaubsdestination, der
nahezu einwandfreien Organisation des Turniers und des tollen freundschaftlichen
Klimas in unserem Team hat es sich zweifelsfrei ausgezahlt, die Reisestrapazen in Kauf
zu nehmen.
Im nächsten Jahr wartet Argentinien als WM-Veranstalter. Auch dort wollen wir wieder
voll angreifen. Grundlage dafür ist jedoch ein großer und spielstarker Kader.
Dementsprechend rufen wir alle Spieler des ÖÄN jetzt schon auf, sich diesen Termin
(voraussichtlich Mitte/Ende September 2020) im Kalender einzutragen.